Forderungen
Die Straßenzüge Humboldtstraße/Dametzstraße/Graben/Rechte Donaustraße und Dinghoferstraße/Elisabethstraße/Kaisergasse sowie die Mozartstraße befinden sich mitten im Herzen unserer Stadt. Wir wünschen uns, dass es schön und angenehm ist, sich hier aufzuhalten, hier zu wohnen und zu arbeiten.
Daher fordern wir die Stadt Linz auf:
- als Sofortmaßnahme eine 30er-Zone für die gesamte Linzer Innenstadt einzuführen
- rasch ein Konzept für eine schrittweise weitere Verkehrsberuhigung in den genannten Straßenzügen zu erarbeiten
- alle Möglichkeiten zur Förderung des städtischen und regionalen öffentlichen Verkehrs zu nutzen
Wir fordern eine 30er-Zone für die gesamte Linzer Innenstadt
- Dies ist mit verhältnismäßig geringem Aufwand sofort durchführbar: Es reicht, Schilder aufzustellen und eventuell die Ampelschaltung anzupassen.
- Kleinere bauliche Eingriffe könnten vorgenommen werden, um den Straßenquerschnitt zu verringern und so die die Autofahrenden bei der Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung zu unterstützen. Dazu gehören z.B. das Aufstellen von Blumentrögen, angepasste Fahrbahnmarkierungen, Fahrradständer oder Schrägparkplätze.
- Zusätzlich sollte die Stadt ihren Einfluss geltend machen, damit die Einhaltung der Geschwindigkeit durch die Polizei konsequent überwacht und sanktioniert wird.
Auswirkungen der Einführung eines 30ers:
- Die Kapazität der Straße zu den Spitzenzeiten wird dadurch kaum beeinflusst, weil im Kolonnenverkehr in der Rush Hour ohnehin selten mehr als 30 km/h erreicht werden können.
- Außerhalb der Spitzenzeiten bedeutet die Geschwindigkeitsreduktion, dass sich die Fahrzeit für den Durchzugsverkehr um maximal eine Minute verlängert.
- Für Navigations-Software kann der 30er den entscheidenden Unterschied machen, um Pkw-Lenker*innen nicht durch die Innenstadt, sondern um diese herum zu navigieren.
Wir fordern ein Konzept für eine schrittweise Verkehrsberuhigung der Durchzugsstraßen
- Die Stadt Linz bekennt sich in ihrem [Mobilitätskonzept](https://www.linz.at/mobilitaet/mobilitaetskonzept.php) dazu, die Zahl der Pkw-Wege (trotz Bevölkerungsanstiegs) bis 2040 um 5% reduzieren zu wollen.
- Im [Innenstadtkonzept](https://www.linz.at/stadtentwicklung/innenstadt.php) für Linz aus dem Jahr 2024 ist die Erstellung von Strukturkonzepten für das Neustadt- und Rathausviertel vorgesehen, die auch bauliche Umgestaltungen von Dinghoferstraße und Humboldtstraße/Dametzstraße beinhalten sollen. Die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts für die Verkehrsberuhigung der Innenstadt wird jedoch in eine vage Zukunft verlegt.
- Unabhängig davon, ob der Bau der A26 stattfinden wird oder nicht, ist es wichtig, schon jetzt mit der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur schrittweisen Verkehrsberuhigung der Innenstadt zu beginnen.
- Wir dürfen nicht auf die Autobahn warten: wenn mit dem Tag der Eröffnung der Autobahn nicht bereits alles vorbereitet ist, um die Innenstadt für den Durchzugsverkehr dichtzumachen, wird sich wiederholen, was rund um die neuen Radwege auf der Nibelungenbrücke zu beobachten war: der Pkw-Verkehr wird stark zunehmen und es wird nicht automatisch zu einer Entlastung der Innenstadt kommen. Der Widerstand gegen zu spät erfolgende Einschränkungen wird massiv sein.
- Die Erarbeitung des Konzepts soll partizipativ erfolgen, die Anrainer*innen müssen einbezogen werden. Die Lebensqualität der Menschen, die hier wohnen und arbeiten muss einen höheren Stellenwert bekommen als bisher.
Wir fordern eine konsequente Förderung der städtischen und regionalen Öffis
- In der Stadt ist der Platz im öffentlichen Raum eine sehr begrenzte Ressource. Nutzen mehr Menschen die Öffis anstatt ihres Autos, steht mehr davon zur Verfügung, weil sie weniger Platz auf der Straße und keinen Parkplatz mehr brauchen.
- Zu viele Menschen sind derzeit noch vom Auto noch abhängig, weil eine zumutbare Alternative fehlt. Daher müssen Lücken geschlossen und alle Möglichkeiten genutzt werden, den Öffis Vorrang zu geben.
- Während Wege innerhalb der Stadt nur zu einem Drittel mit dem Pkw zurückgelegt werden, beträgt der Anteil bei Wegen, die über die Stadtgrenze führen, immer noch knapp 70%.
Mögliche Maßnahmen:
- Die Vorrangschaltung an den Ampeln sollte von den städtischen Öffis auf die Regionalbusse ausgeweitet werden, um diese im Stadtgebiet zu beschleunigen.
- Überall im Gebiet der Stadt Linz, wo sinnvoll und möglich, sollten Busspuren eingerichtet werden. Eine eigene Busspur wäre beispielsweise auch in der Dametzstraße möglich.
- Es sollte eine Befragung durchgeführt werden – nicht nur der Nutzer*innen, sondern vor allem auch desjenigen Teils der Linzer Bevölkerung, der die Öffis bisher nicht nutzt –, um herauszufinden, wo noch Lücken im Angebot bestehen bzw. wo dieses bisher nicht die Qualität erreicht, um als zumutbare Alternative zum Privatfahrzeug wahrgenommen zu werden
- Städtische und regionale Öffis sollten noch besser aufeinander abgestimmt werden. Aktuell gibt es noch bei vielen Verbindungen für Pendler*innen einen hohen Zeitverlust auf der „letzten urbanen Meile“. Es braucht einen institutionalisierten Austausch der städtischen ÖV-Planung mit dem oberösterreichischen Verkehrsverbund.
- Vergünstigte Tickets für den öffentlichen Verkehr könnten einen Anreiz schaffen, die Öffis für Einkaufsfahrten zu nutzen. In Salzburg, Innsbruck und Graz gibt es das bereits.